Bienwald - Bundesweite Kostbarkeit
schöne Aussichten und Chance für die Zukunft

Widerstand gegen die Autobahn durch den Bienwald - warum?

Der Bienwald zählt zu den wenigen, noch bestehenden zusammenhängenden Waldgebieten in Deutschland, und gehört mit seinen ausgedehnten Bachauenwälder zu den grössten Niederungswälder Europas. Im südlichsten Teil von Rheinland-Pfalz gelegen, direkt an der Grenze zu Frankreich, kann der Besucher einen Wald von besonderer, nicht zu vergleichender Arten- und Biotopvielfalt entdecken, den man sonst kaum noch findet. Als Teil der oberrheinischen Tiefebene, steht er einerseits unter ozeanischem, andererseits unter kontinentalem Klimaeinfluss und ist eines der wärmebegünstigten Gebiete Deutschlands. Grosse Waldgebiete, besonders die des Bienwaldes gleichen extreme Temperaturen aus und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Weitere Kennzeichen sind die hohe Anzahl von Nebeltagen und die geringe Zahl von Frosttagen.

Das Vorkommen wildlebender Tierarten mit grossen Flächenansprüchen, z.B.Wildkatze, und weitere in Deutschland vom Aussterben bedrohter Arten belegen die herausragende Bedeutung des Gebietes. Durch seine Grösse, die klimatische Begünstigung, sowie geringe menschliche Besiedlungsdichte, bietet der Bienwald als noch relativ ungestörter Lebensraum, Organismen mit unterschiedlichster Lebensweise reiche Entfaltungsmöglichkeiten.

Seit dem Jahr 1999 ist der Bienwald auch als FFH-Gebiet von der Landesregierung in Mainz an die Europäische Union nach Brüssel gemeldet. Damit erfüllt er auch alle Vorraussetzung für das europäische Vernetzungskonzept "NATURA 2000".

Gefährdung

Eine akute-Gefährdung besteht durch die seit Jahren, geplante Autobahn mitten durch den Bienwald. Die BÜRGERINITIATIVE BIENWALD UND NATURSCHUTZVERBÄNDE haben bisher erfolgreich zwei Planfeststellungsverfahren bekämpft. Nach Ansicht vieler Naturschützer würde der Bienwald unwiederbringlich seine hohe Wertigkeit als grösstes zusammenhängendes Waldgebiet der oberrheinischen Tiefebene verlieren, sollte der Bienwald durch eine Autobahn zerschnitten werden.

Im Juni 1999 hat der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, ein neues Raumordnungsverfahren angekündigt, das nun ab Februar 2000 eröffnet wird. Ziel soll eine neue Streckenführung sein. Damit will man dem Status eines "Flora-Fauna-Habitat - Gebietes", sowie dem "Naturschutzgrossprojekt Bienwald " gerecht werden. Weiterhin soll die im Bienwald bestehende Bundesstrasse zurückgebaut, und wieder aufgeforstet werden.

Naturschutzgrossprojekt Bienwald

Das bisher größte Naturschutzprojekt des Landes Rheinland-Pfalz ging im Juni 2004 an den Start.

Die Bundesregierung fördert im Rahmen von Naturschutzgrossprojekten, Vorhaben zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlicher repräsentativer Bedeutung. Ziel ist, Gebiete mit herausragender Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz dauerhaft zu sichern, und die biologische Diversität des Gesamtgebietes als Beitrag für die Bundesrepublik zu erhalten. Das Projektgebiet umfasst insgesamt 18000 ha. Dazu gehört der Bienwald mit seinen 12000 ha und den zusätzlichen Randbereichen von 6000 ha. Innerhalb dieses Gebietes will man in einer sogenannten "PROZESSSCHUTZFLÄCHE" von 2000 ha, der Natur ihren Lauf lassen, und frei von menschlichen Eingriffen die natürliche Entwicklung fördern. Der Bienwald wird weiterhin für alle als Erholungs- und Erlebnisraum zugänglich sein, und auch möglichst bereits Kindern faszinierende Beobachtungen und Naturerlebnisse zu vermitteln. Gleichzeitig wird in Zukunft naturnahe Forstwirtschaft außerhalb dieser Fläche betrieben werden. Die Umsetzung des Gebietes als Naturschutzgrossprojekt von gesamtstaatlicher Bedeutung, sowie die Durchführung zur Sicherung und Schutz des Bienwaldes, sollen diesen unersetzlichen Teil des EUROPÄISCHEN NATURERBENS sichern helfen. Gerade die Jahrtausenwende bietet sich an, mit Mut das umzusetzen und das zu verwirklichen was tief in der Menschheit verankert ist.

Sehnsucht nach ursprünglicher Vegetation,
um von der Natur für die Natur zu lernen.

... Rückzugsgebiet für viele geflügelte "Jungfern" (Presseartikel 150Kb.)